Die VOLKSBANK Offenburg stiftet dem Museum im Ritterhaus ein Gemälde des jüdischen Künstlers OSCAR HABERER Der Offenburger Künstler Oscar Haberer (1867 – 1932) ist weitgehend vergessen. Kein Museum hat Bilder von ihm. Auch in einschlägigen Künstlerlexika sucht man ihn vergebens. Dabei war er zu Lebzeiten ein geachteter und gesuchter Maler, der nach seiner Akademieausbildung in München zunächst in Amsterdam, dann bis zum Lebensende in Berlin lebte. Gerade dort widmete er sich auch jüdischen Themen, so dass über ihn geschrieben wurde, er sei der „Prototyp des Besten, das in der jüdischen Seele lebt...“ Oscar Haberer wurde am 16. Februar 1867 in Offenburg geboren. Sein Vater war der Lederhändler Josua Haberer, der aus einer der jüdischen Landgemeinden Friesenheim nach Offenburg gezogen war, nachdem in Baden 1862 das Niederlassungsrecht für Juden liberalisiert worden war. Josua Haberer betrieb gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Julius und Wilhelm am Stadtbuckel ein Handelsgeschäft. Der Lebenslauf von Oscar Haberer ist nur lückenhaft überliefert. Aus einer autobiographischen Quelle erfährt man einige Details seines beruflichen Werdeganges. Haberer machte eine Ausbildung als Kunsthandwerker an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe. Danach wechselt er zur Münchner Akademie der Bildenden Künste. 1886 trat er in die „Naturklasse Hackl“ bei dem Lehrer Gabriel von Hackl ein. Um seine Ausbildung zu finanzieren, arbeitete er nebenbei als Zeichner in einer Münchner Kunstschlosserei. Später war Haberer Kunsthandwerker in Wien, Frankfurt, Berlin, Straßburg und in der Schweiz. Er spezialisierte sich auf Intarsien, insbesondere in seiner Amsterdamer Zeit. In der holländischen Stadt hielt er sich vermutlich zwischen 1902 und 1910 auf. 1910 erhielt Haberer bei der Weltausstellung in Brüssel eine Auszeichnung. Weitere folgten. 1911 zog Haberer nach Berlin. Zu seinem 60. Geburtstag widmete die Berliner Galerie Casper 1927 dem Künstler eine Einzelausstellung. Im Alter von 65 Jahren verstarb Oscar Haberer 1932 an einem schweren Herzleiden. Durch die Vermittlung des Kulturhistorikers Dr. Martin Ruch entstand ein Kontakt zu einem südafrikanischen Kunstsammler, der ein Gemälde von Oscar Haberer zum Verkauf anbot. Durch eine Spende der Volksbank Offenburg wurde es möglich, dass das Gemälde nach der langen Weltreise für die Städtische Sammlung der Stadt Offenburg erworben werden konnte. Das Gemälde zeigt ein altes Mühlengebäude in einer Landschaft, die der Ortenau sehr ähnlich sieht. Im Vordergrund steht eine Mädchen, das ein kleines Kind im Arm hält. Ob es sich bei dem Gemälde um eine Ortenauer Landschaft handelt, kann bis jetzt nicht geklärt werden. 
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